Zeitgeschichtetag 2008

Neandertaler

Schenkt man den neuesten Analysen der DNA glauben, so bestand niemals eine Verwandtschaft zwischen dem Neandertaler früheren Steinzeit und dem heutigen Homo Sapiens. Der Neandertaler war eine Art beziehungsweise eine eigene Spezies der Gattung des Menschen. Untereinander war ein Homo Sapiens mit einem Neandertaler nicht fortpflanzungsfähig.

Zwar haben Neandertaler und Homo Sapiens gemeinsame Wurzeln, diese reichen jedoch auf 550-690.000 Jahre zurück. Auch andere Verwandtschaften mit dem Neandertaler sind aufgrund der Analysen auszuschließen. Er hatte keine Verwandten, weder in Asien, noch in Afrika oder in Australien. Allerdings war der Neandertaler, anders als früher angenommen, ein sehr sozial ausgeprägtes Wesen. Es gab traditionelle Beigaben bei Begräbnisse und für die Toten wurde gesorgt. Allerdings war ein Neandertaler nicht religiös und hatte keinen Glauben an höher gestelltes.

Vor 30.000 Jahren starb der Neandertaler letztendlich in Afrika Europa und den vorderen Orient aus. Ein Grund dafür mag sein, dass sich sein Lebensraum drastisch verkleinert hatte. Weiters war der Homo Sapiens zu einer starken Konkurrenz geworden, weil er immer stärker in den Westen vordrang. Am längsten setzte sich der Neandertaler auf der Pyrenäeischen Halbinsel durch. Allerdings gab es nie wirklich Streitigkeiten und Kriege zwischen Homo Sapiens und Neandertaler. Die Verdrängung erfolgte also defensiv, während sich die Ressourcen sowie das Klima stetig wandelten.

Die ersten Neandertaler traten in der Zwischeneiszeit auf, welche circa vor 130.000 Jahren stattfand. Der Neandertaler war äußerst widerstandsfähig gegen Witterungsverhältnisse, egal ob sehr kalt oder sehr heiß. Er war sowohl Jäger und Sammler und hatte sich auch die Fertigung von einfachen Werkzeugen zu Nutze gemacht. Das Feuer beherrschte er zwar nicht, doch er lebte in einem sozialen Rahmen. Die Frauen blieben zuhause, um auf die Kinder aufzupassen und diese zu erziehen, während die Neandertaler Männer auf die Jagd gingen. Sie waren mit Fällen bekleidet, und hatten sogar die Fähigkeit zu nähen. Dafür fertigten sie aus Knochen Nadeln an, um Leder und Fälle zusammenzufügen. Es war ihnen schon in dieser Zeit ein Bedürfnis, sich in Höhlen durch Malereien zu verewigen. Das Thema ihrer Malereien war vor allem die Jagd. Zwar glaubte der Neandertaler allgemein hin nicht an religiöse Kulte oder höher gestellte Götter, doch er wollte das Glück fördern, bei der Jagd erfolgreich zu sein.

Der Neandertaler machte sowohl Jagd auf Mammuts, wie auch auf Rentiere und Auerochsen. Dafür verwendete er Speere und hetzte seine Beute in der Gruppe. War der Neandertaler bei der Jagd erfolgreich, so brachte er so viel Beute wie möglich mit nachhause zu seinem Lager. Zwar lebte der Neandertaler auch in Höhlen, doch er verwendete auch Zelte für seine Behausungen. Diese mussten allerdings mobil sein und so waren sie aus leichten Pfählen gefertigt. Speere waren die wichtigsten Waffen eines Neandertalers. Er fertigte die Spitzen selbst aus Stein.

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