Zeitgeschichtetag 2008

Jungsteinzeit

Der Begriff für die Jungsteinzeit lautet Neolithikum. Sie folgt auf die Mittelsteinzeit und besteht 6000-2200 v. Chr. Während der Jungsteinzeit durchlebt der Mensch eine maßgebliche Wandelung: er wird vom Jäger und Sammler zum Ackerbauer und Züchter und gibt sein Nomadenleben auf, um sesshaft zu sein. Er begann, Pflanzen anzubauen und erbaute sich stetige Häuser. Das ist auch der Grund, warum man diesen tiefen Einschnitt in das Leben der Menschheit als neolithische Revolution benannt hat. Diese setzte sich als erstes im vorderen Orient bereits 9000 Jahre vor Christus durch und wurde von den Mitteleuropäern erst 6000 v. Chr. umgesetzt.

Damals baute der Mensch unterschiedliche Güter an und nutzte den Boden. Die Landwirtschaft bestand vorwiegend aus Hirse, Weizen und Gerste, sowie Mohn und Linsen. Viehzucht wurde immer stärker betrieben und so spielte in Ziege, Rinder und Schweine eine immer größer werdende Rolle, als man begann, sie zu domestizieren. Der Mensch legte mehr und mehr Wert darauf, Gegenstände und Gefäße, wie beispielsweise Töpfer aus Ton herzustellen, um Vorräte anzulegen. Die Nahrungsaufbereitung stand ebenfalls im Vordergrund und wurde maßgeblich verbessert. Feuerstein hatte immer noch eine große Bedeutung und war für die Eroberung der Felder ein wichtiges Werkzeug. Der Mensch fertigte bereits Wohnhäuser an und wusste mit Lehm umzugehen. Die Dächer waren aus Stroh gefertigt oder alternativ auch aus Schilf. Die Häuser wurden als Wohnraum für große Familien als auch zum Wirtschaften verwendet. Es bildeten sich kleine Siedlungen, die man bereits als kleines Dorf bezeichnen kann, weil sie schon aus kleinen Hofgruppen bestanden. In der späten Jungsteinzeit begann der Mensch bereits Kupfer zu formen und damit zu arbeiten. In Österreich sind die wichtigsten Fundorte der Jungsteinzeit die Orte Baden bei Wien, sowie die beiden Seen Attersee und Mondsee.

Weil der Mensch in der Zeit der Jungsteinzeit begann, Getreide und andere Feldfrüchte anzubauen, prägte er die Landschaft gleichzeitig nachhaltig. Für den Anbau waren ebene Flächen Voraussetzung, an denen kein Waldwuchs war. Der größte Vorteil war ab jetzt, dass der Mensch nicht mehr nur ausnahmslos von der Natur abhängig war beziehungsweise sich nur davon ernähren konnte, was sie ihm an Früchte zum sammeln und Tieren zum jagen beruht. Ab nun war der Mensch selbst verantwortlich dafür, was er zu essen hatte und wie er seine Familie ernähren konnte. Die Wende ist deshalb eine der größten Revolutionen in der Geschichte der Menschheit, weil der Mensch beginnt, auf ganz andere Weise Verantwortung zu übernehmen und für sich selbst zu sorgen. Es war nicht mehr notwendig, ein mobiles Zelt mit sich zu tragen oder in Höhlen zu hausen. Ab nun legte der Mensch Wert darauf, sein Heim auch zu schmücken. Auch Gegenstände wie Töpfe und Vasen wurden mit schönen Verzierungen und Prägungen versehen. Diese dienen heutigen Archäologen zur genauen Datierung. Für das Saatgut legte der Mensch eigene Kammern und Wirtschaftsräume an, um es zu lagern.

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