Eiszeit
Die Eiszeit, welche auch den geologischen Namen Känozoisches Zeitalter trägt, ist die am ältesten verzeichnete Epoche in der Geschichte der Erde. Man nimmt an, dass sie 2,4 Millionen Jahre zurückliegt. Man kann sie in den Alpen 700.000 Jahre zurückverfolgen und sie besteht in Österreich aus vier Abschnitten. In diesem Zeitalter war das heutige Europa von starken und großen Gletscher und einem riesigen Netz aus Eis bedeckt. In manchen Phasen jedoch wurde die Eiszeit immer wieder durch wärmere Zeiten kurz unterbrochen. Es gab Zeiten, in denen sie wuchs und dann wieder Zeiten, in denen sie schmolz. Seit die Eiszeit vorüber ist, herrscht auf der Erde immer das selbe Klima bis zur heutigen Gegenwart. Man nennt dies geologisch nach dem Fachbegriff Holozän.
Die Eiszeit war besonders für die heutigen Landschaften prägen. Deshalb ist auch heute Österreich so geformt, wie man es kennt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Trogtäler mit ihren hohen Wasserfällen und den zahlreichen Klammen. Auch ausgeprägte Seen in großen Höhen und die dazugehörigen horrenden Landschaften sind Teil dieser Landschaft. Nach der Eiszeit kamen immer wieder Phasen, die die Alpen vergletscherten und sie so formten, wie sie heute sind. Während der letzten Zwischeneiszeit, welche vor circa 20.000 v. Chr. stattfand, begann der Mensch Österreich zu besiedeln. Als die letzte Eiszeitperiode vor 50.000 Jahren einsetzte, beherrschte der Mensch bereits die Fertigung der Faustkeile. Funde, wie beispielsweise die Venus von Willendorf aus dem niederösterreichischen Waldviertel belegen, dass sich also der Mensch zu dieser Zeit schon stark entwickelt hatte.
Während der Eiszeit nimmt man an, dass auf der Erde eine durchschnittliche Temperatur von gerundeten 10 °C weniger war, als man sie heute kennt. Das war der Grund für die ausgedehnten Gletscherlandschaften in den Höhen. Im Moment sind es 40.000.000 km³, die man am Nordpol und am Südpol verzeichnet. Das wiederum entspricht einer Fläche von insgesamt 15.000.000 km². Im Vergleich dazu gab es zum Höhepunkt der Eiszeit eine Fläche von 44.000.000 km² Gletscher. Vergleicht man diese damalige Fläche mit der heutigen Erdoberfläche, so betrug dieser 32 %, die nur aus Eis bestand.
Damit sich ein Gletscher erfolgreich ausdehnen kann, bedarf es an genügend Niederschlag beziehungsweise Schnee. Ein Gletscher den sich immer aus seinem Zentrum in großen Höhen aus. Wächst ein Gletscher sehr schnell, so spricht man von einer fließenden Bewegung und es sind bis zu 7,5 km pro Jahr Wachstum erreichbar.
So erreicht der Gletscher, große Teile umlegen der Flachländer beziehungsweise sehen und auch das näher zu bedecken. Grenzgebiete, die keine Gletscher aufweisen, aber äußerst niedrige Temperaturen haben, werden als Tundra bezeichnet und bestehen aus eisigen Steppen. Gleichzeitig mit der Gletscherbildung wird der Meeresspiegel immer niedriger, weil die Bildung sehr viel Wasser erfordert. Deshalb war auch der Meeresspiegel weltweit während der Eiszeit um 100 m niedriger als heute. Flora und Fauna, sowie die Tierwelt waren ständig davon abhängig, wie kalt sich das Wetter in der Eiszeit niederschlug und orientierten sich daran in ihrer Lebensweise.